Restauration Januar - Juni 2006

Januar / Februar 2006

Die Blinkertrompeten waren ID-typisch kurz und fast schwarz, erst beim Ausbauen merkte ich, dass das Gehäusematerial dunkelrot und durchscheinend war. Leider war die rechte beschädigt. Da mir die längeren Edelstahl-Blinkertrompeten sowieso besser gefielen, besorgte ich mir welche. Meine DSpécial hat keine mitlenkenden Fernscheinwerfer, da sie in Frankreich verkauft wurde. Ich wollte diese aber unbedingt haben. Nur die Exportmodelle bekamen bewegliche Scheinwerfer und oft auch Servolenkung und Edelstahl-Blinkertrompeten hinten. Aus einer DS-Schlachtung erhielt ich über das DS-Forum die gewünschten Teile.

Hohlräume und nicht zu lackierende Rostflächen wurden mit Fluidfilm behandelt. Fluidfilm soll besonders tief in Blechfalze, Spalten und Ritzen eindringen und dauerhaft sein, da es nicht aushärtet. Es kommt ohne Lösemittel aus und ist auf Wollfettbasis (Lanolin) hergestellt.

Wo ist nur das Abdeckblech für den Höhenkorrektor hinten links geblieben? Hydraulikleitungen und -technik (z.B. der Höhenkorrektor) sollen noch genau untersucht und instandgesetzt werden.

Stoßstange hinten zerlegt. Schrauben für hintere Gummipuffer lassen sich nicht lösen. Bevor ich sie im Gummiteil ausdrehe und damit zerstöre, lasse ich sie lieber drin und behandle sie mit Rostumwandler. Die Durchgangsrohre der beiden Stoßstangenhalterungen zur Befestigung im Radkasten sind weggerostet und abgebrochen. Die Verschraubung der einzelnen Stoßstangenteile war nur teilweise zu lösen, einige Schrauben sind abgedreht. Die sind wohl unbrauchbar, komische Maße: Feingewinde, einige mit konisch geformetem Kopf.

März /April 2006

Endlich geht's mit den Türen und Kotflügeln weiter. Türen, wo nötig unten aufgetrennt. Scheibe, Türdrücker und Fenstermechanik habe ich jetzt doch ausgebaut. Ist besser innen zu entrosten, zu schweißen und später auch zu lackieren. Dabei stellte sich heraus, dass eine Befestigungsschraube an der Führungsschiene der Scheibe vorn links abgebrochen war. Bei genauer Betrachtung waren viele Roststellen an den Vordertüren innen und außen zu entdecken. Kleine Rostpickel (1 mm) auf der Außenhaut entpuppten sich beim Schleifen als große Roststellen (10 - 15 mm) unter dem Lack! Nach Entfernen der oberen Dichtungsgarnituren für die Scheibe (Filz innen, Gummi außen) wurde oben Rost sichtbar, besonders an den Ecken, Kanten und Falzen, innen an den Löchern der Zierleisten unterhalb der aufgeklebten Schalldämmmatte und da und da und da.

Blinker vorn werden restauriert: Der Kunststoff ist um die eine Schraube herum aufgebrochen, wird mit 2-K Kleber (UHU plus schnellfest) gekittet. Abkleben des orangenen Bereiches, Abschleifen, Grundieren (Probleme mit Rissbildung, also wieder runter), Füller, Silberlack, Klarlack. Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Lieber wären mir Edelstahlrahmen, aber zu teuer.

Rücklichter werden restauriert. Masseverbindungen sind durchgerostet, werden neu gemacht. Löten geht aber nicht gut, da das Plastik schmilzt. Also eine kleine Niete genommen. Leider kommt man mit der Nietzange nicht richtig heran. Aus der Niete den Stahlstift entfernt und mit kleinem Hammer und Durchtreibstahl von Hand vernietet. Funktioniert. Die Befestigungsschrauben fehlen oder sind ausgedreht, muss wohl neue besorgen.

Die Türen hinten weisen die üblichen Rostschäden auf: vordere Innenkante zur Außenhaut hin, Türunterkante innen, aber auch unter der Anti-Dröhnmatte der Außenhaut. Unter jedem kleinen Bläschen ein Rostfleck. Hab sie alle aufgekratzt und dann die Innenbereiche mit Fluidfilm behandelt. Aller Rost außen (und soweit erreichbar auch innen) wird mit Minischleifer mit biegsamer Welle und Schmirgelpapier beseitigt. Dann erst mal Rostschutzgrundierung drauf. Jetzt sollen die Türen erst mal neue Unterkanten aufgeschweißt bekommen. Dann sehen wir weiter. Die Halterungen der hinteren Stoßstangen und das hintere Kennzeichenblech werden mit dem Drahttopf(Flex) bearbeitet. Die Halterung kommt dann zusammen mit Kleinteilen (z.B. Halter für Gummiaufnahme der hinteren Kotflügel) in Phosphorsäure zum weiteren Entrosten.

Mai /Juni 2006

Das Einschweißen der Reparaturbleche, die ich ja schon im September 2005 gekauft hatte, wird vorbereitet. Vor dem Auftrennen der Türen wird das Maß über die gesamte Türbreite angezeichnet, um später das Reparaturblech an exakt der gleichen Stelle einschweißen zu können. Der jetzt sichtbar gewordene Rost am inneren Türteil wird sorgfältig entfernt, dann mit Rostschutz grundiert. Unzugängliche Stellen werden schon einmal vorsichtig mit Fluidfilm eingesprüht. Aber Vorsicht, nicht zu viel, damit man bei den weiteren Arbeiten nicht dauernd ins Öl fassen muss. Beim Anpassen der Bleche stellt sich oft heraus, dass die Maße der gekauften Reparaturbleche nicht passgenau sind. Es werden allerdings unterschiedliche Qualitäten angeboten, eventuell ist die Maßhaltigkeit bei teuren Blechen besser. In meinem Fall hatten wir Abweichungen (Türreparaturblech außen) im Längenmaß von gut einem Zentimeter. Die erforderlichen Korrekturen sind zeitaufwändig und ärgerlich. An den sandgestrahlten und vorgrundierten Kotflügeln werden jetzt die schadhaften Stellen ausgetrennt. Bevor die neuen Befestigungsösen aufgeschweißt werden, wird das Blech darunter verstärkt. An den neu geöffneten Stellen der vorderen Kotflügel kommen Roststellen zum Vorschein, die durch das Sandstrahlen nicht erreicht werden konnten: Doppelfalze am Radlauf vorher und nach dem Entrosten, Bereiche unten außen (zur Tür hin) vorher und nach dem Entrosten. An den hinteren Kotflügeln ist insgesamt wenig Rost, nur die Doppelfalz oben innen wird teilweise erneuert. Das Entrosten geschieht mechanisch, mit Sandstrahl (Freihandpistole) und chemisch mit Phosphorsäure. Erst danach werden die Reparaturbleche eingeschweißt. Das hintere Kennzeichenblech gefällt mir trotz Entrostung noch nicht. An einigen Stellen haben sich nach der Phosphorsäurebehandlung und dem folgenden Abwaschen weiße Beläge gebildet, Grund unbekannt. Ich wiederhole die Phosphorsäurebehandlung.

Die hintere Stoßstange sieht nach der Reinigung mit Hochdruckreiniger (Wasser) und Phosphorsäurebehandlung gut aus. Eine Behandlung mit Chrompolitur und Hartwachs soll später noch folgen. Die Halterungen (auch "Geweih" genannt) werden entrostet, ein Reparaturbolzen (z.B. bei www.ds-sassen.de erhältlich) soll eingeschweißt werden und die abgerostete Karosseriedurchführung ersetzen.

Das Fahrzeug wird aufgebockt, um besser an den Unterboden zu gelangen. Die Hebepunkte sind fest (Danke Patric für die Grafik im DS-Club-Forum), ich habe zwar vorn die Vierkantrohre als Ansatzpunkte für den Unterstellbock genommen. Trotzdem diese mir fest erscheinen, werde ich aber noch weiter nach innen wechseln, da dies sicherer sein soll. Einige Schweißarbeiten vom Vorbesitzer werden sichtbar, die Ersatzbleche haben nach 15 Jahren aber z.T. Flugrost angesetzt. Das untere Abdeckblech für den rechten Außenschweller fehlt, der Schweller selbst sieht gut aus. Links ist am Außenschweller vorn schon ein Reparaturblech eingesetzt worden, hinten aber entdecke ich nach Entfernen der Klebefolie ein weiteres Loch.

Der Wagen lässt sich z.Zt. nicht über den Zündschlüssel starten. Aber der Anlassknopf an der Batterie funktioniert gut. Was war wohl an dem abgerissenen Kabel rechts angeschlossen? Der Kabelbaum zeigt an manchen Stellen die typischen Auflösungserscheinungen an der Umwicklung. Auch der Kühler sieht böse aus: die Lamellen zerbröseln zu Roststaub, wenn man draufdrückt. Ich habe schon gebrauchten Ersatz bestellt. Allerdings ist der Kühler offenbar nicht undicht, es ist jedenfalls nichts zu entdecken. Ich frage mich nur, wie der so stark verrosten konnte. Hurra, der "neue", dreireihige Kühler ist da! Die Röhrchen scheinen weitgehend frei zu sein. Ich werde wohl das Kühlsystem erst einmal mit dem alten Kühler (als Filter sozusagen) durchspülen und reinigen und dann den neuen einbauen. Bin gespannt, wie der Heizungskühler und der Thermostat aussieht.