Experimente und Irrwege

Diese Seite beschreibt einige Erfahrungen, die ich im Laufe der Restauration gemacht habe, was ich so alles probiert habe, mit mehr oder weniger Erfolg. Vieles, was ich in Internetforen gelesen habe, habe ich ausprobiert und hier dokumentiert.

Reflektoren

Scheinwerfer-Versuch: "Löse das Glas vom Reflektor durch Acetonbad, dann herausdrücken mit Holzstab." So oder so ähnlich stand es in einem Forumsbeitrag. Okay, probieren wir's. Drei Tage Acetonbad. Löst sich das Glas? Nein! Dafür lösen sich aber die Dämpfer/Aufnahmen für die Justierstangen auf. Noch ein bisschen mehr Druck.... - siehst du, es geht doch: Glas kaputt! Sch....! Also was jetzt? Neu oder gebraucht? Mal sehen, was sich gebraucht so kriegen lässt. Anfrage im Forum: 130 EUR für zwei Haupt-, zwei Fernscheinwerfer. Scheint akzeptabel -> also los. Die Teile waren o.k., nur noch ein bisschen reinigen und polieren, eine etwas dunklere Stelle im Reflektor bleibt. Hoffentlich meckert der TÜV nicht. Außen habe ich die Reflektoren entrostet. Was für ein Lack gehört da drauf? Muss hitzebeständig sein, HT-Lack gibt es meistens aber nur in silber oder schwarz. Ich verwende erst einmal Rostumwandler, dann silbernen Ofenlack. Sieht nicht so gut aus! Der Rostumwandler war zu alt, bildete Knoten. Der Silberlack passt farblich nicht, der Originalton ist so eine Art kupferfarbig. OKay, Rostschutz ist zwar da, aber durch die drehbaren Fernscheinwerfer wird man doch Teile des rückseitigen Reflektors sehen. Also Silberlack und Rostumwandler wieder abgeschliffen und mit Nitroverdünnung abgewaschen. Temperaturtest: Birne in den Scheinwerfer, Strom anschließen (z.B. Autobatterie), Fühler eines digitalen Thermometers an den Reflektor geheftet, warten: die Temperatur steigt über 70 Grad, dann übersteigt es den Messbereich. Muss ich unbedingt mit einem anderen Thermometer wiederholen! Ich will wissen, wie heiß die Reflektoren wirklich werden.

Scheinwerfergehäuse

Lampenkästen innen abgeschliffen und silber lackiert. Ich weiß noch nicht, ob ich es so lasse oder lieber doch einen hellen Grauton wie im Original verwende.

Rostumwandler

Im Internet wird viel von Phosphorsäure als prima Rostumwandler gesprochen. Einer will sogar mit WC-Reiniger (phosphorsäurehaltig), ein anderer mit Cola gute Ergebnisse erzielt haben. Habe mir WC-Reiniger besorgt, Gehalt an Phosphorsäure 5 - 15% (ziemlich ungenau). Außerdem ist noch Ameisensäure drin und andere Stoffe. Ob das geht? Zwei total verrostete Halteklammern von den seitlichen Zierleisten müssen als Versuchsobjekte herhalten. Nach einem Tag hat sich schon viel Rost gelöst, das Metall wird aber ganz schwarz und stinkt gewaltig. Nach zwei Tagen ist immer noch nicht aller Rost weg, dafür hat sich die gelartige Lösung in eine schaumige braune Suppe verwandelt.

Das überzeugt mich nicht. Ich werde mir also aus der Apotheke reine Phosphorsäure besorgen, möglichst hochprozentig. Zunächst will man mir nur 25%ige verkaufen (250ml für 5,-EUR). Mit schriftlicher Belehrung, Name, Adresse, Verwendungszweck und Unterschrift bekomme ich dann aber doch 85%ige für 16,20 EUR den Viertelliter.