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Licht am Ende des Tunnels Prospekt Zielvorstellung Karosserie auf der Wiese Seitenende
DSpécial
Datum: 13. Juli 2005

Ort: in einer Scheune am Rande der Lüneburger Heide

Endlich soll heute  mein Traum wahr werden. Im Jubiläumsjahr 2005, genau 50 Jahre nach der Erst-Präsentation, habe ich mir (wieder) eine Déesse zugelegt. Genauer gesagt handelt es sich um eine DSpécial. Unter diesem Namen wurde ab September 1969 die ID19 bis zum Produktionsstopp 1975 verkauft. Die ID19 war die Antwort von Citroen auf die Kritik vieler Leute, die nach der Markteinführung der DS 1955 diese für viel zu teuer und elitär hielten. Einfacher ausgestattet, mit weniger Zierrat und ohne hydraulische Schaltung konnte die ID für den Normalbürger zu einem attraktiveren Preis angeboten werden. Bewusst wurde der Name in Anlehnung an das Wort "idée" gewählt.

Über die Fahrgestellnummer fand ich heraus, dass meine DS eben so eine DSpécial (interne Werksbezeichnung ID19 B) ist. Sie wurde am 09.06.1970 in Süd-Frankreich zugelassen. 1970 war das Jahr mit den höchsten Produktionszahlen bei der DS. Ein Fliesenleger hatte sie 19 Jahre lang gefahren und dann verkauft. Seitdem ist das Fahrzeug nicht wieder angemeldet gewesen. Aus der Nähe von Lyon gelangte die DSpécial dann nach Bienenbüttel in der Lüneburger Heide, wechselte noch einmal den Besitzer bis ich Sie 2005 erwarb.

Aus einem Verkaufsprospekt von 1970
Prospekt 1970 Verkaufsprospekt
Technische Daten:
Motor: DV2 mit 78 DIN-PS bei 5250 UPM Hubraum: 1972 ccm
Getriebe: 4-Gang Schaltgetriebe mit Lenkradschaltung Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Abmessungen LxBxH: 487cm x 180cm x 147m Leergewicht: 1260 kg
Verbrauch: 9,8 l nach DIN Preis 1970: 11 988,- DM

Farbe (original) Blanc-Meije (weiß) AC088, Dach Blanc-Cygne AC093

Von den Vorbesitzern wurden einige Anläufe zur Restauration unternommen, unter anderem wurden umfangreiche Schweißarbeiten an Chassis und Unterboden vorgenommen. Dann ruhten die Arbeiten aus Zeitmangel für viele Jahre. Die Ausgangslage für eine Restauration war zwar nicht ideal, schien mir aber aufgrund der Vorarbeiten auch nicht aussichtslos. Mit fachmännischer Hilfe und vielen Tipps aus dem DS-Club-Forum soll sie nun Stück für Stück restauriert werden. 


So könnte meine DSpécial einmal aussehen (wann?):

DSpecial

Überlegungen zur Zielvorstellung:

Die Exportmodelle ins europäische Ausland, also auch nach Deutschland, sahen bei der DSpécial Aufwertungen gegenüber den Modellen für den heimischen, französischen Markt vor. Nach de Lange u.a. hatten die Exportversionen z.B. die Edelstahl-Blinkertrompeten und die passenden Edelstahl-Dachzierleisten serienmäßig. Ebenso verhielt es sich mit der Servolenkung, den Hauptscheinwerfern mit automatischer Höhenkorrektur und den schwenkbaren Jod-Zusatzscheinwerfern, wie ein deutscher Prospekt von 1970 verrät. In diesem Sinne möchte ich meine ID auch nachrüsten. Die entsprechenden Teile (mit Ausnahme der autom. Höhenkorrektur) habe ich bereits besorgt.

Meine DSpécial hatte im Original eine weiße Karosserie (AC088 laut Farbplakette), die weißen Dächer sollen zu dieser Zeit in AC093 Blanc-Cygne lackiert gewesen sein. Da der Lack auf dem Dach stark verwittert ist, kann man den Unterschied nicht mehr so gut erkennen. Durch die zahlreichen Sandstrahl- und Blecharbeiten steht bei meiner Göttin ohnehin eine Neulackierung an. Das Weiß gefällt mir nicht so gut, also welche Farbe nehmen?

Am liebsten hätte ich ja das Bleu-Delta AC640 (ein Blau-metallic) genommen, aber dies war eine typische DS-Lackierung (nicht ID) und außerdem erst 1974-75 erhältlich. Meine zweite Wahl fiel auf Schwarz (noir AC200). Ich entdeckte auf der australischen Internetseite http://www.citroen.cc/ eine sehr schöne schwarze DSpécial 1974 mit weißem Dach. Das gefiel mir gut. Also werde ich das Dach wohl erst einmal weiß (AC093 Blanc-Cygne)lassen.

In früheren Baujahren lackierte Citroen die Felgen in einem auf die Karosseriefarbe abgestimmten Farbton (de Lange). Ab September 1967 waren die Felgen der ID und der DS alle grau (gris AC140), was bei der DS durch die vollflächigen Radkappen nicht auffiel. Die kleinen Radkappen der ID will ich als typisches ID-Erkennungsmerkmal aber beibehalten. Deshalb geht meine Überlegung dahin, die Felgen in Korrelation zur Dachfarbe ebenfalls weiß zu lackieren(AC093), was allerdings in diesem Punkt dann nicht ganz original wäre.

Licht am Ende des Tunnels
Licht am Ende des Tunnels

Ein guter Freund aus Bremen schickte mir letzten Weihnachten diese Grußkarte. Er wünschte mir für mein Restaurationsprojekt immer "Licht am Ende des Tunnels". Wenn man sich wie ich an eine Restauration macht, die sich über Jahre hinzieht ( 4 1/2 inzwischen), ist es wichtig Menschen zu haben, die einem ab und zu neuen Mut machen. Es geht immer ein bisschen weiter, wenn auch manchmal in kleinen Schritten.
Im Moment sind alle demontierten Karosserieteile (Haube, Türen, Kotflügel, Kofferklappe, Frontschürze) beim Lackierer und bekommen dort für die Neulackierung den letzten Schliff. Stoßstange und Nummernschildblech vorn sind demontiert und werden aufgearbeitet, die Quertraverse ist ersetzt worden. Das Auto ist durch das Abbauen der Teile ein ganzes Stück kürzer geworden! Jetzt ist der Kühler gut zugänglich, der ausgetauscht werden soll. Auch an die vorderen Bremsen kommt man gut heran. Der Tank hat endlich die fehlenden Schlauchstücke für Tankstutzen, Entlüftungsleitung, Benzinleitung und eine neue Rilsan- Benzinleitung bekommen und kann eingebaut werden. (Für Fotos bitte die Links anklicken!)
 
demontierte Karosserieteile

Hier auf dem Bild von September 2009 freuen sich noch meine beiden Enkelkinder (Ja, auf dem Beifahrersitz sitzt tatsächlich die kleine Schwester!) über die neuen "Spielgeräte" auf der Wiese. Im Januar 2010 machte das nach wie vor fahrbereite Chassis einen kleinen Ausflug zum Lackierer. Mit eigener Motor-Kraft fuhr ich es auf den Trailer und wieder hinunter.
Doch, ich sehe Licht am Ende des Tunnels!

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