Der Benzintank - Restaurationsversuch und Ersatz



Juni 2008
Ein "neuer" gebrauchter Benzintank ist da, für 60 EUR ersteigert! Hier habe ich einen kleinen Exkurs meiner Recherchen zur Tankrestauration eingestellt.

Tank, unbehandelt Von außen waren einige oberflächliche Roststellen zu sehen, besonders um den Einfüllstutzen herum. Aber kein Vergleich mit dem ersten Tank!
Tanköffnung Geber Benzinuhr Der Blick ins Innere mit der USB-Camera und einer kleinen LED-Leuchte brachte einen erstaunlich guten Zustand zutage. Der Blick durch die Tankgeberöffnung zeigt fast überall blankes Blech. Lediglich die innere Oberseite des Tanks ist etwas rauher.
Entrosten mit Flex und Drahtbürstenaufsatz, Schmirgelpapier und Phosphorsäure.
Rostschutzfarbe
Schwarzer Endlack
Der Benzinfilter (Plättchenfilter) war in hervorragendem Zustand.

Januar 2007

Ich hatte mich im letzten Herbst entschlossen, den Tank innen zu reinigen und zu entrosten: erst mit Salzsäure, dann mit Phosphorsäure. Erst will ich ihn aber von außen sandstrahlen, bevor die "Säureattacke" folgt. Sollte dies alles schief gehen, kann ich immer noch einen neuen Tank kaufen.

Meine ID von 1970 hat einen flachen Tank mit Stutzen nach hinten abgehend.
Merkwürdig: In den Handbüchern und Ersatzteilkatalogen findet sich noch bis 1974 nur diese Zeichnung eines Break-Tanks.
In älteren Unterlagen von 1957 bis 1964 findet sich aber die richtige Zeichnung.
Bei den Vergasermodellen gehen zwei Leitungen vom Tank ab (rechte Bildhälfte), bei den IE-Modellen kommt noch eine Rücklaufleitung dazu (linke Bildhälfte).
Bei den IE-Modellen gibt es am Tankboden außerdem zusätzlich diesen Kasten. In ihn münden Ansaug- und Rücklaufleitung (rote Pfeile). Dadurch soll gewährleistet werden, dass keine Luft angesaugt wird.
Meine Eigenbau-Tank-Schüttelvorrichtung. Dazu habe ich den (inzwischen seit Jahren trockenen) Tank mit Kies gefüllt und kräftig durchgeschüttelt. Es kam eine gute Hand voll Rost und weißliche Ablagerungen (wohl Benzinrückstände, Schwefel oder so) heraus.
Innereien: 1. elektrischer Tankgeber mit Korkschwimmer. Der Kork ist wahrscheinlich nicht mehr ordentlich schwimmfähig. Ich habe mir schon Ersatz besorgt, in Plastik. 2. Darunter abgebildet: der Benzinfilter, der über der großen Ablassschraube sitzt.
Um den Tank und andere Hohlräume meiner ID besser inspizieren zu können, suchte ich nach einer kostengünstigen Lösung. Ein Endoskop wäre gut gewesen, aber viel zu teuer, selbst gebraucht. Im Internet stieß ich auf eine kleine USB-Camera mit flexiblem Stiel. Länge 44 cm, Breite am Kopf 2,5 X 2 cm, mit zuschaltbarer Lampe, 640x480 Pixel, max. 30 fr/s, CMOS Sensor 350k Pixel.
Der schmale Kopf passt auch durch kleine Öffnungen, z.B. die vom Ablass unter dem Benzinfilter.
Innenansichten des Tanks:

Die Einlauföffnung des Tankstutzens von innen.

Innenansichten des Tanks:

Zwei Röhrchen führen ins Innere. Eines ist für die Entlüftung, das andere endet beim Benzinfilter und ist an einem Dreiecksblech an der Oberseite des Tanks befestigt. Von hier wird das Benzin angesaugt.

Innenansichten des Tanks:

Die "Decke" des Tanks zeigt sich sehr rostig.

Innenansichten des Tanks:

Der Boden des Tanks weist dagegen nur wenig Rost auf, ist insgesamt glatter.

Innenansichten des Tanks:

Das Ende des Entlüftungsröhrchens. Das Röhrchen läuft an der Oberseite des Tanks entlang bis kurz hinter den Tankgeber.

Innenansichten des Tanks:

Die Schwallwände sollen verhindern, dass das Benzin in Kurvenfahrten oder bei starker Karosserieneigung nach außen gedrückt wird und so die Benzinpumpe evtl. Luft zieht. Dieses Bild wurde vor der Kies-Schüttelbehandlung aufgenommen.

Innenansichten des Tanks:

Ein Blick durch die Tankgeberöffnung ins Innere des Tanks. Man sieht deutlich, dass die unteren 10 cm hell verfärbt sind. Das Fahrzeug hat wohl lange Zeit mit etwas Sprit im Tank gestanden. Im oberen Bereich ist der Rostbefall zu erkennen.


April 2007

Große Katastrophe

Endlich habe ich mir aus dem Baustoffhandel Salzsäure besorgt, um den Tank zu entrosten. Die 30-prozentige Säure wird normalerweise von Maurern benutzt, um Mauerwerk zu reinigen. Sie ist frei verkäuflich. Das Sandstrahlen von außen habe ich zunächst zurückgestellt, will erst 'mal sehen, wie das Reinigen innen geht. Das Wetter muss mitspielen. Es darf nicht zu warm sein, sonst bildet die Salzsäure zu viel Gase, und windig sollte es sein. Natürlich arbeite ich im Freien, den Wind im Rücken. Also Schutzkleidung, Handschuhe, Brille, Mundschutz, Stiefel und viel Wasser bereitgestellt und zur Sicherheit noch den Gartenschlauch. Erste Proben auf der Außenseite zeigen eine gute Wirkung gegen den Rost. Dann befülle ich den Tank mit Salzsäure - oh nein! Was ist das denn? Unten läuft in feinem, aber gleichmäßig kräftigem Strahl die Suppe wieder heraus! Gut, dass ich Auffangbehälter untergestellt hatte. Der Tank hat ein Loch! An einem der Auflagepunkte ist er durchgerostet. Das konnte man vorher mit bloßem Auge nicht erkennen. Also Säure wieder heraus, alles gut mit Wasser nachgespült und den Tank erst einmal in die Ecke gestellt. Dann muss ich wohl doch einen neuen (alten) besorgen. Eine Anfrage beim HH-Stammtisch bringt einige Angebote. Interessant: einer hatte schon 'mal einen undichten Tank repariert. Ich hatte zwar gehört, dass man Tanks schweißen oder löten kann, aber mit Kunststoff reparieren?

Hier sein Tipp: "Es gibt in Uetersen bei Hamburg die Firma Voss-Chemie. Dort wird eine Polyurethan-Beschichtung hergestellt die sich K6T, K6H, oder K6S nennt, je nach Viskosität. Es handelt sich dabei um eine streichbare Masse, die schnell aushärtet und dabei sehr zäh bleibt. Beständig ist sie gegen alles Mögliche. Auch gegen Kraftstoff. Sie ist als Beschichtung für Öltanks gedacht. Ich hatte damit einen Fiat-Tank behandelt, der so aussah wie man es von Fiat erwartet. Nach dem Entrosten war er stellenweise nur noch ein Sieb. Aber ein Sieb lässt sich beschichten und zwanzig Mark für die Streichmasse waren erheblich weniger als 300 für einen neuen Tank. Das war 1986. Ich habe den Tank 2005 ausgetauscht wegen der kaputten Tankuhr. Dicht war er immer noch. Die Verarbeitung ist denkbar einfach: Tank anschleifen und entfetten, das 2K-Zeugs anrühren und draufschmieren. Danach die Sache für den Rest des Lebens vergessen."

Na 'mal sehen, vielleicht probiere ich das auch noch aus. Aber zunächst will ich mir die angebotenen Gebraucht-Tanks ansehen.

Was tun mit der Säure? Ach ja, da sind doch noch die rostigen Felgen. Ein Säurebad in einem schwarzen Maurerkübel aus Kunststoff ätzt jeden Rost, jeden Lackrest und Ölverschmutzungen weg. Aber Vorsicht: nach dem Spülen mit Wasser sofort trocknen und Rostschutz drauf, sonst bildet sich umgehend neuer Rost! Hier habe ich dann Phosphorsäure benutzt.