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Wasserpumpe wechseln

Nach der Winterpause machte die Wasserpumpe meiner ID laute, metallische Geräusche. Bereits vor zwei Jahren hatte mich ein Kfz-Meister bei einem DS-Treffen darauf aufmerksam gemacht, dass die Wasserpumpe zuviel Spiel hat, d.h. man konnte die Riemenscheibe  mit den zwei oberen Keilriemen deutlich vor und zurück bewegen. Es bestand die Gefahr, dass irgendwann das Lager der Wasserpumpe ausläuft und die Pumpe plötzlich versagt bzw. undicht wird. In diesem Jahr wollte ich wieder eine größere Tour zu einem Treffen im Schwarzwald unternehmen. Da die Pumpe mit knapp 60,-¤ nicht so teuer war, beschloss ich, diese noch vor der großen Tour im Mai auszuwechseln. Im Archiv der DS-Clubzeitschrift HP fand ich einen Artikel von 1994, der den Vorgang ganz gut beschrieb. Außerdem stand mir das französich-sprachige Kompendium Revue Technique Automobile (R.T.A.) Tome 3 "CITROËN ID19B, ID20, DSpécial, DSuper, DSuper5" Page 30 zur Verfügung, in welchem der Ausbau allerdings etwas umständlich dargestellt wird. In den offiziellen Reparaturunterlagen wird der Vorgang unter der Nr. D.231-1 aufgeführt. Er ist auch im Rep.-Handbuch Nr. 583 Band 2 zu finden.

Wasserpumpe
Technische Zeichnung der Wasserpumpe (pompe à eau) aus den Handbüchern, mit grün markierten Gewindestiften (gaujons filetés).

Die Arbeitsschritte im Einzelnen

1. Der Ausbau

Batterie abklemmen

Kühler mittels Ablasshahn entleeren. Es sollte unten ein Ablass-Schlauch aufgesteckt sein. In den Handbüchern wird empfohlen, auch den Zylinderblock zu entleeren. Dies erwies sich aber als unnötig, da sich nur noch wenig Kühlwasser in der recht weit oben liegenden Pumpe befindet.

Kühlwasser auffangen zur späteren Wiederverwendung. Achtung: altes Kühlmittel muss als Sondermüll entsorgt werden.

Oberen Kühlerschlauch ausbauen. Bei dieser Gelegenheit den Zustand des Thermostats kontrollieren.

Obere Verbindungsstrebe zwischen Kühler und Wasserpumpe abbauen. Kühlerseitig ist eine M5-Schraube (SW 8) verbaut.

Das Lüfterrad abschrauben und im Lüfterkasten ablegen. Hier sind ungewöhnliche Schrauben mit SW 10 verbaut, die sich ähnlich wie Holzschrauben in den Kunststoff bohren.

Die Spannstreben der Lichtmaschine und der Hydraulikpumpe abbauen. Den bogenförmigen Halter (Motorhebeschlinge) entfernen. Das Minuskabel der Batterie an der LiMa-Spannstrebe abschrauben. Kabel vom Thermofühler im Motorblock abziehen (falls vorhanden).

Die beiden Befestigungsschrauben der LiMa am Kupplungsgehäuse lösen, damit diese zur Seite weggekippt werden kann. Die HP-Pumpe braucht nicht gekippt zu werden.

Die oberen beiden Keilriemen ausbauen. Bei der Gelegenheit prüfen, ob evtl. - je nach Alter und Zustand - ein Austausch nötig ist!

Nun kommen die fünf Schrauben bzw. Bolzen der WaPu an die Reihe. Von Bolzen Nr. 1 + 2 werden nur die Muttern entfernt. Diese kann man gut als Kontermuttern für die oberen Bolzen verwenden. Bei den Bolzen 3+4+5 werden die Muttern gelöst, gekontert und dann komplett herausgedreht. Achtung: die Bolzen sind unterschiedlich lang. Position merken! Nach Anweisung Nr. D.231-1 (s.o.) sollte es sogar reichen, nur die beiden langen Bolzen komplett herauszudrehen.

Den unteren Wasserschlauch von der Pumpe lösen. Ggf. diesen austauschen, je nach Alter und Zustand.

Wasserpumpe mit Dichtung vom Motorblock ein Stück abziehen und mit leichter Drehung um Bolzen Nr. 1 komplett ausbauen.

Die Reste der alten Dichtung sorgfältig vom Gehäuse entfernen. Ich habe dazu eine Klinge für die Reinigung von Ceranfeldern benutzt und Schmirgelpapier. Dann Fläche gut entfetten und trocknen.
ausgebaute Wasserpumpeausgebaute Wasserpumpe

2. Der Einbau

Das Handbuch spricht davon, die Dichtung trocken einzubauen. Der o.g. HP-Artikel empfiehlt zusätzlich Atmosit oder Hylomar zu verwenden. Ich hatte noch Elring DIRKO HT-ROT Dichtmasse verfügbar und habe auf beide Seiten etwas davon aufgetragen.

Neue Dichtung korrekt auflegen und Pumpe mit o.g. Drehung wieder auf die verbliebenen Bolzen schieben. DIRKO soll nass in nass montiert werden. Atmosit und Hylomar sollen vor der Montage abtrocknen.

Fehlende Bolzen wieder einschrauben und Muttern wieder anbringen. Kreuzweise die Muttern in der Reihenfolge 1 - 3 - 5 - 2 - 4 anziehen, zweimal.

Mit der Montage weiter in umgekehrter Reihenfolge wie beim Ausbau verfahren. Für die Schrauben des Flügelrades wird ein Anzugsdrehmoment von 10 Nm empfohlen, also "handfest". Aufgefangenes Kühlwasser ggf. filtern und wieder auffüllen und ergänzen. Auf genügend Frostschutzmittel achten. Im Kühler sollte die Kühlflüssigkeit  letztlich 1 cm über den Lamellen stehen. Wird zuviel Wasser eingefüllt, entweicht dieses über den kleinen Schlauch, der seitlich hinunter  zum Ablasshahn verläuft. Ich habe seit 2013 einen überholten dreireihigen Austauschkühler an Bord. Erst jetzt bemerkte ich, dass der Überlaufschlauch ca. eine halben Zentimeter zu kurz war und nicht mehr auf den Ablasshahn aufgesteckt werden konnte. Zum Glück hatte ich noch den alten Kühler mit passendem Schlauch, den ich jetzt umbauen konnte.
neue Pumpe
neue Pumpe am Platz

Jetzt stört mich nur noch die blaue Leitung zum Wärmesensor im Motorblock. Diese will ich ein wenig geschützter verlegen, z.B. durch den Kanal des Batterie-Pluskabels, das zum Anlasser läuft.
Anschluss an Thermofühler
weiterer Leitungsverlauf im Kabelbaum

So gefällt es mir besser: Die blaue Leitung vom Thermosensor im Motorblock hat einen Schrumpfschlauch als Schutz erhalten und verläuft zunächst direkt nach oben zum Kabelbaum des Plus-Kabels von der Batterie zum Anlasser, von dort weiter nach hinten zur Durchführung zum Armaturenbrett bzw. dort zur Temperaturanzeige.

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